Ostafrika

Seit 2007 kooperiert das bzfo mit dem African Centre for Treatment and Rehabilitation of Torture Victims (ACTV) in Uganda.

ACTV ist eine unabhängige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Kampala. Sie weist Folterspuren nach, bietet Opfern psychosoziale und medizinische Behandlung an und führt landesweite Präventionsmaßnahmen zur Verhütung von Menschenrechtsverletzungen durch.

Rund 400 Opfer von Menschenrechtsverletzungen versorgt ACTV jährlich: darunter Folterüberlebende, die auf Polizeistationen und in Militärgewahrsam misshandelt wurden, aber auch Binnenvertriebene, Flüchtlinge aus Nachbarländern und ehemalige Kindersoldaten.

Einsatz für Kinder- und Menschenrechte

So betreibt ACTV eine Zweigstelle im Norden Ugandas, wo die Rebellenorganisation Lords Resistance Army seit über 20 Jahren die Bevölkerung terrorisiert und Tausende Kinder militärisch und sexuell versklavt hat. Wie im bzfo bemühen sich auch die Therapeuten in Uganda um ganzheitliche Hilfe, die neben Psychotherapie und medizinischer Behandlung insbesondere Sozialarbeit einschließt. Dazu gehört Arbeit vor Ort in Familien, Gemeinden und Flüchtlingscamps ebenso wie die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten und verschleppter Mädchen in ihre Familienverbände.

Zudem hat ACTV ein landesweites Fortbildungsprogramm für Polizisten, Gefängnisbeamte und Militärangehörige gestartet; die Zahl der Foltervorkommnisse auf Polizeistationen ist seitdem rückläufig. Im Oktober 2008 erhielt die Organisation den nationalen Menschenrechtspreis der Uganda Human Rights Commission. Mittlerweile hat ACTV für das ugandische Parlament eine Gesetzesvorlage erarbeitet, um Folteropfer in Uganda dauerhaft zu schützen.

Cross-Cultural Partnership Against Torture

Auch über die Landesgrenzen Ugandas hinaus engagiert sich ACTV für eine verbesserte Versorgung von Folteropfern in Ostafrika. So startete ACTV im Jahr 2007 gemeinsam mit dem bzfo und zwei weiteren Behandlungszentren in Kenia und Äthiopien das Projekt Cross-Cultural Partnership Against Torture. Mit Unterstützung der Europäischen Union konnten die Partnerzentren innerhalb von zwei Jahren

  • mehr als 1200 Folteropfern in Ostafrika medizinische, psychosoziale und juristische Hilfe anbieten (darunter auch Flüchtlingen aus Somalia, Eritrea, dem Sudan und der Demokratischen Republik Kongo)
  • die medizinische Versorgung von Folteropfern in entlegenen ländlichen Gebieten durch mobile Teams verbessern
  • Art und Umfang der Folter in Ostafrika erstmals durch Studien und Befragungen systematisch dokumentieren
  • regionale Trainingskurse und internationale Workshops für 40 Mitarbeiter sowie für rund 100 Heilberufler in Ostafrika organisieren
  • die Öffentlichkeit in Ostafrika durch Lobbyarbeit und Medienkampagnen für die Nöte und Rechte von Folterüberlebenden sensibilisieren.

Für die Zukunft planen ACTV und das bzfo in Kooperation mit Hope After Rape und dem Refugee Law Project weitere Projekte, um insbesondere minderjährigen und weiblichen Gewaltopfern umfassendere Hilfe anbieten zu können.

Links

www.actvuganda.org

Kontakt

Michael Lehmann
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.